An dieser Stelle sehe ich mich genötigt die Öffentlichkeit über die Umstände zu informieren, unter denen ich die letzten acht Jahre über geforscht, geschrieben und gelebt habe.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist nicht nur in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verankert, es ist für uns nach 1945 Geborene etwas so Normales geworden, dass darüber zu sprechen sich lange Zeit erübrigt hat. Auch der Autor dieser Chronik hätte sich nie träumen lassen, dass er jemals in Zusammenhang mit diesem Recht Probleme, gar massive Probleme, würde bekommen können.
Jedes Land hat sein ganz spezifisches eigenes historisches Erbe zu tragen; dies mag in dem einen Fall belasteter sein als im anderen; Tatsache ist, dass jede Nation sich gern da in Schweigen hüllt, wo sie weniger Ruhm denn Schande vorzuweisen hat. Nationale Eigenliebe, ein auf Traditionen beruhender, von weiten Bevölkerungskreisen, oder auch nur von ‚Eliten‘, getragener ‚Gemeinsinn‘ und Pragmatismus führten letztendlich dazu, dass sich in Staaten Tabus entwickelten. Tabus, deren nähere Zusammenhänge der jeweiligen intellektuellen Oberschicht meist wohl bekannt sind, die der Unterschicht jedoch bewusst verschwiegen werden sollen. Regierungen sind offensichtlich der Ansicht, dass ein Zuviel an Nachdenken (über die eigene Geschichte) dem Konsum, dem nationalen Zusammenhalt, dem Gemeinschaftsgefühl, oder wem oder was auch immer schaden könnte.
Soweit die allgemeingültigen Verhältnisse.
Diesem Gebaren möchte ich als Deutscher und auf Deutschland bezogen jedoch entgegenhalten, dass, wenn wir schon der Ansicht sind, dass die deutschen Verbrechen des 20. Jahrhunderts einzigartig sind (Gelehrtenkonsens), diese einzigartigen Verbrechen auch auf einzigartige Weise aufgearbeitet werden sollten, mit anderen Worten, dass bei uns Tabus keinen Platz haben sollten.
Entsprechend kläre ich in meiner Chronik, aber nicht nur dort, über Hintergründe auf, die nicht allgemein bekannt sind und die auch in der Regel nicht ‚überall‘ nachschlagbar, noch dazu nicht an einem Ort konzentriert nachschlagbar sind. So habe ich allein im Jahre 2009 in über vierzig Beiträgen für die multikulturelle Internetplattform www.hagalil.de mich den besonderen Aspekten des deutschen Antisemitismus angenommen und Zusammenhänge und Hintergründe untersucht, wie sie so bis dahin nicht bearbeitet bzw. nicht veröffentlicht worden waren. Unter den Kategorien „Bayern“ sowie „Antisemitismus“ sind bei haGalil Artikel von mir abrufbar, die sich u. a. mit der Wegbereiterrolle der Kirchen für den Nationalsozialismus, oder mit der judenfeindlichen Politik der Päpste, oder den Auswirkungen von Martin Luthers Antijudaismus, oder mit dem Verschweigen minderheitengeschichtsbezogener Fakten in deutschen Nachschlagewerken bzw. in allgemeinen Geschichtsbüchern bis in die Gegenwart (!), oder mit unpopulären Aspekten des traditionellen bayerischen Brauchtums, oder mit dem Rassenhass bei der deutschen Wehrmacht, oder mit anscheinend absichtlich ‚vergessenen‘ Episoden der europäischen Judengeschichte, aber auch mit der aktuellen bayerischen Politik und dem Rechtsextremismus in Deutschland befassen.
Diese Tätigkeiten der Aufklärung unserer Bürger betreibe ich ohne finanzielle Interessen. Hinter mir steht niemand. Ich bin freier Autor und fühle mich nur der historischen Wahrheit gegenüber verpflichtet. Mit vielen meiner ehemaligen Kollegen und auch einem Teil meiner akademischen Lehrer habe ich gebrochen, brechen müssen, denn sie vertraten in ihrer Mehrheit die alte Auffassung, dass nämlich der Bürger „nun wirklich nicht Alles über sich wissen“ müsse.
Nun kehre ich wieder zu meinem Eingangsthema, der verfassungsmäßig garantierten Freiheit des Wortes in Wort, Bild und Schrift zurück.
Jemand in diesem, deutschen Staat ist der Ansicht, dass meine Aufklärungstätigkeit mehr schadet denn nützt. Denn ich werde seit über acht Jahren zum Teil schmerzhaft eingeschüchtert, „vergrämt“, wie der Fachterminus des bayerischen Innenministeriums hierfür lautet. Diese Einwirkungen auf mein Privatleben und meine Gesundheit gingen so weit, dass ich vorübergehend mit dem Gedanken spielte, Bayern zu verlassen. Die Einsicht freilich, dass ich auch an anderem Orte vor derartigen Attacken nicht sicher sein würde, sowie ein Pflegefall in der Familie veranlassten mich zu bleiben.
Indem ich blieb, konnte ich den bayerischen Sinti und Roma weiter von Nutzen sein. So etwa als ich zufällig Zeuge einer polizeilichen ‚Vertreibung‘ von osteuropäischen Roma aus der niederbayerischen Kleinstadt Plattling geworden war und darüber an den bayerischen Landesverband der Minderheit berichtete; letzterer entsandte mich wenig später als neutralen Prozessbeobachter an das Augsburger Landgericht, wo ich die, einer angeblichen Gleichberechtigung der Sinti und Roma in Bayern, Hohn schreiende Sonderbehandlung der Angehörigen der Minderheit protokollierte.
Bereits früher hatte ich eine Reihe kritischer Leserbriefe an die Jüdische Allgemeine, die Jüdische Zeitung und die Deggendorfer Zeitung verfasst, die in ihrer Mehrzahl auch publiziert wurden und die zu Diskussionen bzw. Kontroversen Anlass gaben.
Meine Sinti-und- Roma-Chronik verteilte ich unentgeltlich an elf Konsulate in München und erhielt darauf von der griechischen Generalkonsulin, Frau Anna Korka, ein persönliches Anerkennungsschreiben. Die Verantwortlichen der anderen ständigen Vertretungen (u.a. von Ungarn, NL, CH, Türkei, Serbien, Italien, Polen, Kroatien, Slowenien) hielten sich mit einer jeweiligen Reaktion jedoch zurück, wohl aus gemeineuropäischer Solidarität und in dem Bewusstsein, dass eine Aufarbeitung der Sinti-und-Roma-Geschichte in ihrem eigenen Lande wohl gleichfalls peinliche (und unter Umständen einmal teuer zu bezahlende) Details ans Tageslicht zerren würde.
Einzelheiten zu Art und Umfang der, eines demokratischen Staates unwürdigen, Aktionen gegen meine Person, sämtliche, Reaktionen auf meinen Einsatz für einen ehrlichen Umgang mit der Geschichte, entnehmen Sie, liebe Leserinnen und Leser, meinen Briefen an
den Bundespräsidenten Horst Köhler,
den bayerischen Innenminister Joachim Hermann,
die bayerische GRÜNEN-Landtagsabgeordnete Christine Stahl,
Amnesty International (der unbeantwortet blieb)
das Deutsche Institut für Menschenrechte sowie dessen Antwort
einem Gedankenaustausch zwischen MdL Christine Stahl und mir,
einem weiteren Brief an den Bundespräsidenten,
sowie der Antwort von einer von dessen Mitarbeiterinnen.
Informationen über die von Bürgern und Medien unterschätzte und vom Staat offensichtlich bewusst geheim gehaltene Mikrowellenproblematik entnehmen Sie bitte den Webseiten:
http://www.mikrowellenterror.de/artikel/munzert1.htm des Wissenschaftlers Dr. Reinhard Munzert
sowie
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/350233
sowie
http://www.sueddeutsche.de/politik/756/359581/text/print.html
Und über die mehrjährige Überwachung von Bürgern, die nur ihre demokratischen Rechte wahrnehmen, u.a.:
http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/sieben-jahre-ohne-privatleben